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Abstract

Zusammenfassung

Das Freizeitangeln steht in Deutschland, wie auch in anderen entwickelten Ländern, aus Gründen des Tier- und Naturschutzes unter gesellschaftlichem Druck. Teilweise wird sogar ein Angelverbot gefordert. Um die Debatte zu versachlichen und objektive Informationen bereitzustellen, wurde die Wahrnehmung und Bewertung des Angelns während der Freizeit aus Sicht der deutschen Allgemeinbevölkerung in einer repräsentativen Befragung erhoben. Ein Erhebungsschwerpunkt lag auf Tierschutzaspekten. Die Datenanalyse erfolgte im Rahmen einer Kontrastierung der Einstellungen in den alten und den neuen Bundesländern. Vermutet wurde, dass sich die Perspektive auf das Angeln in beiden Gebieten systematisch voneinander unterscheidet. Es zeigte sich, dass die Menschen in den neuen Ländern dem Hobbyangeln gegenüber nicht nur deutlich wohlwollender eingestellt waren, sondern sich auch in anderen Aspekten der Einstellung zur Umwelt und zum Tierschutz sowie in ihren wildtierbezogenen Wertorientierungen von den Menschen in den alten Ländern unterschieden. Die Ergebnisse werden vor dem knapp skizzierten Hintergrund der sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in der alten BRD und der ehemaligen DDR interpretiert. Die Umfragedaten stellen den Zustand in 2008 dar. Eine Aktualisierung in der heutigen Zeit wird empfohlen.

Fazit für die Praxis

  • Die Gesellschaft wirkt über Einstellungen und Normen auf die Akzeptanz der angelfischereilichen Nutzung von Fischbeständen.
  • Die Angelfischerei erfährt in den neuen Bundesländern eine stärkere gesellschaftliche Unterstützung.
  • Einschränkungen der Angelfischerei durch politische Maßnahmen sind in den alten Bundesländern wahrscheinlicher als in den neuen Bundesländern.